Zum Hauptinhalt springen

Veranstaltungen, Seminare & Kurse

Nicht müde werden...

Entre - ein philosophischer Lese- & Dialogkreis

Der philosophische Lese- & Dialogkreis Entre trifft sich regelmäßig alle zwei Monate und bespricht jeweils ein Buch bzw. einen Text. Die Texte für die jeweiligen Abende werden vor dem darauffolgenden Treffen festgelegt und sollen vorab gelesen werden, um sie dann im Kreis diskutieren zu können.

Ort: Der feine Buchladen Rotorbooks https://www.facebook.com/ROTORBOOKS/

Entre - 04.02.20 bei Rotorbooks: Giorgio Agamben - Geschmack

Das Sommersemester mit Byung-Chul Han, Hartmut Rosa und Michael Hampe ist vorbei, Hans Blumenbergs Paradigmen zu einer Metaphorologie haben wir gelesen und besprochen.


Und nun steht die Lektüre des neuen und druckfrischen schmalen Bändchens von Giorgio Agamben Geschmack an (Merve Verlag, ca. 80 S.).

»Die Frage, auf die das Schöne (und der Geschmack als ›Wissen des Schönen‹) hinausläuft, ist also die Frage nach dem Subjekt des Wissens: Wer ist das Subjekt des Wissens? Wer weiß?«
Geschmack und Wissen teilen sich eine gemeinsame sprachliche Wurzel: ›sapere‹. Von dieser Herkunft ausgehend entfaltet Giorgio Agamben eine abendländische Vergessensgeschichte, in der das Wissen dem Genuss über lange Zeiten entfremdet wird, um erst im 18. Jahrhundert wieder in ein Verhältnis gesetzt zu werden. Wie lassen sich ein Wissen, das nicht genießt und ein Genuss, der nicht weiß, analysieren? Warum spaltet sich die Erkenntnis in diese beiden Antipoden auf?Für die Teilnahme wäre es durchaus angebracht, mindestens ein, zwei Sätze aus dem Büchlein gelesen zu haben - oder besser gleich alles.

Erwerben lässt sich Geschmack natürlich direkt bei Rotorbooks in der Kolonnadenstraße 5/7 in Leipzig.


Termine Wintersemester 19/20: 01.10.2019 ab 19.15 Uhr; 03.12.2019 und 04.02.2020

Ort: Rotorbooks, Kolonnadenstraße 5/7, Leipzig.

Teilnahmekosten: kleine Spende wird gerne gesehen

Anmeldung: kontakt@philopraxis-leipzig.de

Philosophischer Salon im Budde-Haus

Immer am letzten Mittwoch im Monat findet im Budde-Haus Leipzig (Lützowstraße 19) regelmäßig ein Philosophischer Salon statt. Im Zentrum der Salons stehen die persönliche Begegnung von Menschen sowie der gemeinsame Dialog bzw. Diskurs - eine offene und tolerante Kultur des Zuhörens und Diskutierens. Es handelt sich um ein ungezwungenes Treffen zum Austausch existenzieller, gesellschaftlicher oder politischer sowie philosophischer Fragen, Ideen und Probleme.

Die Teilnahme an den Salons ist für alle Interessierten gedacht und setzt weder ein Philosophiestudium voraus, noch erfordert es Vorkenntnisse oder die Beschäftigung mit Texten vorab.

Kommender Salon: 29.01.2020 - Humor

Die Themen für das Jahr 2020 werden in Kürze hier erscheinen...

 

Unkostenbeitrag: 6 € (ermäßigt 4 €),

Achtung: aufgrund der beschränkten Kapazitäten bitte mit Anmeldung!

Zeit: 19.30-21.00 Uhr

Anmeldung: per Mail oder 034199389291


Letzte Themen: Das gute Leben II: Über unsere resonanten Weltverhältnisse - Über die Würde - Wahrheit II: Über die Lüge - Identität I: Authentizität - Erfolg - Wahrheit I: Was können wir wissen? - Das gute Leben I: Die Frage nach dem guten Leben - lohnenswert? - Our dark side: Zorn, Rache & Ressentiment - Wozu philosophieren? - Schönheit - Welche Verantwortung tragen wir als Konsumenten? - Brauchen wir Kritik? - Arbeiten wir an unserem Leben vorbei? - Sind wir mehr unsere Zufälle als unsere Wahl? - Streit & Streiten - Heimat - visionär oder reaktionär? - Gesellschaftlicher Zusammenhalt - Kehrt unsere dunkle Vergangenheit zurück? - Selbstsorge - Gefühle (über ein Semester) - Achtung, Liebe & Respekt: Was wir uns heute in nahen Beziehungen schulden - Würde - Wertschätzung & Respekt - Identität - Persönlichkeit - Gefühle, Empfindungen, Emotionen.

"Das Lernen allein genügt nicht, sondern man muss auch die Gewöhnung hinzunehmen und dann die Übung."

 

(Epiktet)

Kleines philosophisches Seminar

Meine Seminare finden ein mal im Quartal in überschaubarer Runde und in angenehmer Umgebung statt. Sie dauern in der Regel drei bis sechs Stunden.

In jedem Seminar stelle ich ein bestimmtes Thema vor – verbunden mit der Einladung, Ihre Gedanken oder Fragen zu formulieren. Im Mittelpunkt meiner Seminare stehen nicht nur die Wissensvermittlung und Ihre Vertiefung in das Thema, sondern auch die Entwicklung von Kompetenzen der Erfahrung, des Handelns und Leidens, der Kommunikation und der Kritik. Es geht um den interaktiven Erwerb und Austausch von Wissen und Erfahrung sowie das Fördern des eigenen Denkvermögens - oder anders:

Wir wollen gemeinsam philosophieren.

Ort: Neue Wege gehen, Dufourstraße 2, 04107 Leipzig oder Budde-Haus Leipzig, Lützowstraße 19

Preis: 65 €, ermäßigt 50 € (z.B. Studierende). Da die Teilnehmerzahl eng limitiert ist, bitte ich um verbindliche Zusagen.


Pentalogie: Was uns bleibt - Menschsein und Philosophie vom Dialog her gedacht

Diese fünfteilige Reihe fragt nach dem Menschsein und der Philosophie – und zwar vom Dialog her gedacht. Jedes einzelne Seminar nimmt jeweils ein bis zwei zentrale Aspekte in den Fokus. Und jedes Seminar steht dabei für sich – oder anders ausgedrückt: Für die Teilnahme an einem konkreten Teil der Reihe ist der Besuch der anderen Teile nicht zwingend notwendig.

Im Verlauf der Reihe wollen wir bestimmten zentralen Momenten des Dialogischen und seiner fundamentalen Bedeutung für den Menschen nachgehen: Wahrnehmung, Sinn und Bedeutung, (Selbst-)Erkenntnis, Verstehen und Verständigung, Anerkennung und Begegnung sowie der Wahrheit. Im Zentrum steht der Dialog mit anderen; thematisiert wird aber bisweilen auch der Dialog mit sich selbst oder etwa mit Kunstwerken.

Gemeinsam werden wir durch die Behandlung der angesprochenen Aspekte zugleich mit verschiedenen philosophischen Denkweisen in Berührung kommen, mit grundlegenden Fragen der Ethik, mit phänomenologischen und hermeneutischen Traditionen, mit Existenzphilosophie, Diskurs- und Anerkennungstheorie sowie Poststrukturalismus.

Die Reihe richtet sich an alle, die sich für philosophische Fragen interessieren – mit und ohne Vorwissen sowie an alle, die in ihrer Arbeit dialogisch tätig sind (z.B. Ärzt*innen, Psychotherapeut*innen, Coaches, Beratende usw.).


I Transformation und Selbsterkenntnis I (weiterer Termin in 2020)

II Wahrnehmung und Sinn (22. Februar 2020)

III Verstehen und Verständigung (16. Mai 2020)

IV Anerkennung und Begegnung (22. August 2020)

V Wahrheit und Selbsterkenntnis II (17. Oktober 2020)


Die Veranstaltungen bestehen aus:                                                  

- theoretischen Inputs,

- Arbeit mit kleineren Textpassagen,

- viel Reflexion und Raum für den Dialog.


Ort: Budde-Haus Leipzig, Lützowstraße 19

Kosten je Tagesseminar (6 Stunden): 65 € (ermäßigt 50 €)

 

 

Letzte Seminare:

Parrhesia reloadedDas Wahrsprechen neu beleuchte.

Im Seminar haben wir uns mit der alten Idee der parrhesia, dem Wahrsprechen, beschäftigt. Was vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so spannend klingen mag, gerade im Zeitalter von Sonstwas 4.0, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als durchaus fruchtbare Idee - und zwar für die persönliche Haltung als auch für die soziale bzw. gesellschaftliche Dimension.

Wie könnte eine Reformulierung für unser Zeitalter der Digitalisierung aussehen?

Freiheit und Autonomie - Ideen und KonzeptionenFreiheit – einer der ganz großen Begriffe, dem wir uns in diesem Seminar gemeinsam widmen wollen. Es wird dabei um verschiedene Vorstellungen und Aspekte von individueller Freiheit und um deren kritische Prüfung gehen, um Möglichkeiten und Wirklichkeiten von Freiheit, um soziale Freiheit.
Was ist Freiheit denn nun, was Autonomie? Wie lässt sie sich verwirklichen und in welchem Maße geht das überhaupt? Wo lauern die Gefahren? Welche Rolle spielt dabei das soziale Gefüge? Welche Relevanz haben diese Überlegungen für die Gesellschaft? Und was hat das alles mit Gerechtigkeit zu tun?
Das Seminar möchte in das Thema einführen, den Horizont erweitern, den Blick schärfen, neue Impulse setzen. Neben dem Input, steht wie immer das gemeinsame Diskutieren und Philosophieren im Mittelpunkt.
Resonanz - eine Einführung

Weltbeziehung, Welterfahrung, Weltaneignung, Verstummen der Welt – Achsen und Sphären – Beschleunigung und Entfremdung – Beherrschung und Unverfügbarkeit sowie ergebnisorientierte und antwortorientierte Selbstwirksamkeit – das sind nur einige wichtige Begriffe, die im Rahmen der Resonanztheorie von Hartmut Rosa beleuchtet wurden.

Im Zentrum des Seminars stand die Klärung relevanter Begriffe, erste Ideen hinsichtlich der Relevanz für uns Individuen, das Soziale und das Gesellschaftliche sowie kritische Hinweise bzgl. populärer Lesarten und Vereinfachungen der Theorie.

Moral und Gesellschaft

Was soll eigentlich Moral in der heutigen pluralen Gesellschaft? Wie soll Moral funktionieren, wenn es die eine Wahrheit – so eine verbreitete Auffassung – gar nicht gibt und verschiedene Moralvorstellungen ständig aufeinandertreffen?

Hat Moral eigentlich Platz in solchen Systemen wie Wirtschaft, Politik oder gar Internet mit ihren eigenen Logiken? Ist Moral schon längst überholt oder am Ende doch so etwas wie der Kitt der Gesellschaft?

Was zunächst nach einem trockenen und abstrakten Thema aussieht, entpuppt sich beim genaueren Blick als ein konkretes alltägliches Problem, denn es begegnet uns etwa am Arbeitsplatz, im Verein oder im familiären Umfeld.

Die Konstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit

 

Seit geraumer Zeit wird viel über Digitalisierung, über virtuelle Realität und neuerdings auch über die Infosphäre gesprochen – alles neue Phänomene, die irgendwie anders sind als unsere sonstige Wirklichkeit. Doch wie ist eigentlich diese „sonstige Wirklichkeit“ selbst zu betrachten?

 

Im aktuellen Seminar wollen wir uns deshalb den Fragen widmen, was gesellschaftliche Wirklichkeit ist, wie wir sie verstehen können und wie sie funktioniert – und letztlich der Frage, wie wir ihr Verhältnis zu diesem Neuen denken können.

 

Antike Lebenskunst - Ideen der Stoa

"Verlange nicht, dass das, was geschieht, so geschieht, wie du es wünschst, sondern wünsche, dass es so geschieht, wie es geschieht, und dein Leben wird heiter dahin strömen." Epiktet

Die Lehre der Stoa besagt, dass der Mensch sich durch den richtigen Gebrauch der Vernunft von allen Leiden befreien kann. Denn nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern ihre Urteile und Meinungen über sie. Durch beständige Selbstreflexion und Askese soll ein Zustand innerer Freiheit und Selbstgenügsamkeit erreicht werden.

Taugt dieses antike Lebenskonzept noch zur Orientierung? Vielleicht bedarf es ja gerade heute, inmitten einer Welt hedonistischer Bedürfnisbefriedigung, wieder einer Besinnung auf die Kraft des reflexiven Denkens, besonnenen Handelns und Einübens.

Kosmopolitisches Denken

In Zeiten hitzig geführter politischer Debatten kann ein wenig mehr Wissen im Bereich der politischen Theorie sicherlich nicht von großem Schaden sein. In diesem kleinen Seminar wird der Blick auf Ideen gelegt, die ihren Ausgang in der griechischen Stoa haben und bis heute nichts von ihrer Relevanz verloren haben. Ganz im Gegenteil!?

Embodiment - Ein Blick auf unsere präreflexive Seite - die große Vernunft des Leibes?

+ Vertiefungsseminar

"Es steht uns Philosophen nicht frei, zwischen Seele und Leib zu trennen, wie das Volk trennt, es steht uns noch weniger frei, zwischen Seele und Geist zu trennen. Wir sind keine denkenden Frösche, keine Objektivir- und Registrir-Apparate mit kalt gestellten Eingeweiden, - wir müssen beständig unsre Gedanken aus unsrem Schmerz gebären und mütterlich ihnen Alles mitgeben, was wir von Blut, Herz, Feuer, Lust, Leidenschaft, Qual, Gewissen, Schicksal, Verhängnis in uns haben. Leben - das heisst für uns Alles, was wir sind, beständig in Licht und Flamme verwandeln, auch Alles, was uns trifft, wir können gar nicht anders." 

Friedrich Nietzsche (Vorrede, Die fröhliche Wissenschaft)

Lange Nacht der Philosophie 22.11.19 im Budde-Haus

Bericht zur ersten Langen Nacht 2019

Jährlich wird am dritten Donnerstag im November der Welttag der Philosophie gefeiert. In diesem Zusammenhang stand die erste Lange Nacht der Philosophie im Leipziger Budde-Haus. Eingangs begrüßte Jirko Krauß, der die Veranstaltung zusammen mit dem Leipziger Verein Expedition Philosophie e.V., dem Budde-Haus Leipzig sowie dem Transformatorenwerk Leipzig ins Leben gerufen hat, die zahlreich erschienenen Gäste. Die Organisatoren hatten ein vielfältiges Programm zusammengestellt, das von 19 bis 01 Uhr dargeboten wurde. Förderer der Veranstaltung waren die Stadt Leipzig sowie die Internationale Gesellschaft für Philosophische Praxis.

Den ersten Beitrag des Abends übernahm Elmar Schenkel. Schenkel, emeritierter Professor für englische Literaturwissenschaft an der Universität Leipzig, stellte das von ihm herausgegebene Buch Briefe an Nietzsche vor und ließ dabei gleich mehrere geladene Autoren mit ihren Briefen – und einer Brief-Verweigerung – zu Wort kommen: Thomas Stölzel, Christoph Sorger, Birgit Walter und Christoph Trepte trugen ihre sehr unterschiedlichen und teils bewegenden Briefe vor.

Für die musikalische Begleitung der etwas anderen Art sorgten August Priebes Versingungen – gesungene philosophische Texte, etwa von Marx, Novalis oder Adorno. Diese ungewöhnliche Performance kam nicht nur bei den jüngeren Gästen gut an: Priebe rockte bis zum Schluss …

Mit der Frage Welchen Ort brauchen wir zum guten und gemeinsamen Philosophieren? beschäftigte sich zur „Aufwärmrunde“ das Transformatorenwerk Leipzig mit drei sehr unterschiedlichen Zugängen. Die Gäste waren eingeladen, zwischen drei  jeweils in verschiedenen Räumen stattfindenden Interaktionen zu lustwandeln: von Thomas Büntens vom Theater inspirierter Vorstellung Serendips Welt: Orte und Verortung – Eine philosophieeuphorische Textperformance in Endlosschleife über Klaus-Dieter Lübke-Naberhaus‘ inszeniertem Animalischen Mesmerismus – Eine Reise in die Anfänge der Erkundung des Unterbewussten bis zum philosophischen Kurzsalon von Jirko Krauß: Auf der Suche nach dem Eutopos des Denkens. Das war ohnehin das Motto des Abends: die Frage nach dem Ort des Denkens – nicht nur geografisch, sondern auch nach dem Ort des Denkens in der Gesellschaft. Darüber wurden den ganzen Abend über zahlreiche Gespräche geführt.

Ein guter Ort des Denkens kann zweifelsohne der vertrauliche Dialog zwischen Menschen sein. Während Jirko Krauß in seinem Beitrag die Philosophische Praxis als eine solche Dialogform vorstellte und mit seinen Gästen in ein sehr inspirierendes Gespräch darüber kam, konnten einige Besucher der Langen Nacht selbst in den Genuss eines solchen vertraulichen individuellen Dialoges kommen: Christa Manz-Dewald, bekannte Künstlerin und selbst Philosophische Praktikerin, lud Einzelpersonen Auf ein Wort zum Ateliergespräch ein. Diese mussten den Ort des Gesprächs aber zuallererst einmal finden – zum Glück gab es im Haus einen „Ariadnefaden“, der sie sicher zu Manz-Dewald führte.

Eine andere, sehr kontroverse Runde entwickelte sich aus dem Vortrag und Gespräch von und mit Christan Mey. Mey hatte mit seinem Impuls Über die Freundschaft und den Verlust des Unverbrüchlichen im Zeitalter von Facebook und Co wohl einen Nerv getroffen …

Einen anderen Nerv traf Nadine Schumann mit ihrem hochaktuellen Beitrag zum Mythos der guten Künstlichen Intelligenz oder Wer hat Angst vor der künstlichen Intelligenz? Eine ganze Menge vor allem junger Leute nahm an dieser intensiven und an der Sache orientierten Diskussion teil. Beim diesem wohl längsten Beitrag des Abends ging es am Rande erneut um die Frage nach der Rolle der Philosophie – und in diesem Fallen auch nach der Ethik – in der Gesellschaft.

Eine sehr ungewöhnliche Mischung aus Kunst, Philosophie und Boxsport präsentierte schließlich noch Britta Schulze. In ihrer Performance zur Metatropie, die Schulze gemeinsam mit der abwesenden, aber zumindest auf Band akustisch dann wieder doch anwesenden Künstlerphilosophin Konstanze Caysa konzipierte, ging es um das Thema Schönheit. Es wurde gemalt, gesprochen, rezitiert und geboxt. Dazu wurden eigens zwei Boxer aus der Sportschule International eingeladen, die in den kleinen Pausen von ihrem erfahrenen Trainer … gecoacht wurden.

Alles in allem kann die erste Lange Nacht der Philosophie in Leipzig, die in Zusammenhang mit dem Internationalen Tag der Philosophie (21.11.) stand, als gelungen bezeichnet werden – so zumindest die Rückmeldung vieler Gäste. Es hat sich gezeigt, dass diese Art der dialogischen Philosophie ankommt, dass Gesprächsbedarf besteht, dass es mehr Menschen gibt, die gerne über verschiedene Dinge philosophieren wollen, auch wenn sie kein klassisches Philosophiestudium hinter sich haben. Dass das funktionieren kann, hat der Abend eindrucksvoll gezeigt. Die nächste Lange Nacht findet am Freitag 13.11.2020 statt – natürlich wieder im Budde-Haus. Wer nicht so lange warten möchte und auch mit ein paar Nummern kleiner zufrieden ist, der sei auf die jeweils am letzten Mittwoch im Monat stattfindenden Salons von Jirko Krauß verwiesen. Hier geht es schon am 29. Januar 2020 weiter. Thema: Humor

Wochenendseminar: Parrhesia & Philosophische Praxis – ein gefährliches Spiel?

Im Sinne einer kritischen Philosophischen Praxis möchte ich die Anfang der 80er-Jahre von Michel Foucault wiederaufgegriffene Idee der parrhesia (freimütige Rede, Wahrsprechen) thematisieren, u.a. weil sie sowohl das Individuum als auch das Gesellschaftliche und ferner das Verhältnis beider im Blick haben kann. Die parrhesia kann ebenso als eine Haltung verstanden werden, deren je konkrete Aktualisierung Mut erfordert, weil mit jedem Akt ein Risiko verbunden ist.

Der Zugang bietet eine Möglichkeit für eine existentielle Auseinandersetzung der philosophisch Praktizierenden mit sich selbst, mit den Gästen und immer auch mit gesellschaftlichen Fragen. Diese besondere Form einer Wahrheitspraxis, Foucault sprich von einer Alethurgie, erweist sich dabei freilich nicht als eine einfache Schablone, sondern als eine durchaus kritisch zu betrachtende, ambivalente, ja womöglich gefährliche Angelegenheit, die es ein Stück weit stärker zu durchdringen gilt. Lässt sich, von dieser Denkart ausgehend, auch die Philosophische Praxis als eine Wahrheitspraxis verstehen – Philosophische Praxis als eine Alethurgie?

Anhand dieser Ideen soll ebenso gemeinsam erfahren werden, wie sich PP als eine theoretisch-praktische Arbeit gestalten lässt – vom intellektuellen Thema aus der akademisch-universitären Philosophie hin zur Transformation in unterschiedliche Praxisformate für verschiedene Menschen und Zielgruppen. Ferner bietet das Seminar eine gute Möglichkeit für die gemeinsame Arbeit an der eigenen Haltung.

Methodischer Zugang

-> Impulse und gemeinsame Dialoge zu verschiedenen Aspekten

-> Reflexionen über unsere Wahrheitsverständnisse der PP

-> Lektüreabschnitte – Texte nach Art der PP lesen

-> Gruppenarbeiten bzgl. der Arbeit der PP

-> ggf. gemeinsamer philosophischer Spaziergang


Zeit: verschoben auf September 2020

Ort: Budde-Haus Leipzig (Lützowstraße 19), https://www.budde-haus.de/

Preis: xxx € (Mitglieder Berufsverband für Philosophische Praxis), xxx € (Gäste)

 


Jetzt anmelden:

Per Mail oder einfach anrufen: 0341 9938 9291 / 0176 96291220


Kunst von Christa Manz-Dewald
Kunst von Christa Manz-Dewald

Kurse und Seminare zur Haltung

Ein Kurs zur Haltung? Was soll damit gemeint sein, etwa die Körperhaltung, unsere Einstellung zu bestimmten Dingen oder gar etwas Ethisches? Haltung ist ein komplexes Phänomen mit vielen Aspekten und es lohnt sich aufgrund seiner zentralen und sowohl alltäglichen als auch existenziellen Bedeutung für jeden Einzelnen, sich ausführlicher damit zu beschäftigen – zeigt es doch ebenfalls auf, wer man selbst ist und vermag es vorzugeben, wer bzw. wie man selbst sein möchte.

Die Arbeit an der eigenen Haltung ist nicht nur lohnenswert, sondern angesichts unserer komplizierten und widersprüchlichen sowie vielfältigen und komplexen Lebensumstände fast schon Notwendigkeit. Doch es geht um mehr als nur um die Stärkung der eigenen Resilienz, nämlich um eine Lebenskunst. Zudem wird die Urteilskraft als ein strukturiertes autonomes Denken geschult. Daneben eröffnen sich aber auch Räume für andere Erfahrungsweisen.

Allgemein geht es darum, sich regelmäßig neue Impulse für den Alltag zu holen, um damit das eigene Leben ein Stück weit zu bereichern, sich Zeit für sich zu nehmen, dabei aber immer auch über den eigenen Tellerrand zu blicken. Reflexion, Übung, Austausch und Diskurs stehen im Mittelpunkt - es soll ein Raum zum Teilen von Erkenntnissen und Lebenserfahrungen entstehen.

Der Kurs ermöglicht ein Anstoßen von persönlichen Veränderungsprozessen und damit den Weg für eine dauerhafte leibliche Verankerung von neuen Denk-, Gefühls und Verhaltensmustern. Haltung ist am Ende immer auch ein Einüben und je früher man damit anfängt, desto größer ist der Effekt.

Auch wenn Haltung zunächst etwas altbacken klingen mag, eröffnet das Einlassen auf diese Thematik vielleicht ungeahnte Horizonte. Denn dahinter verbirgt sich weniger ein aus der Mode gekommener Begriff, als vielmehr eine der vielleicht interessantesten Ideen der Philosophiegeschichte, nämlich das bei Aristoteles diskutierte Konzept der hexis, aus dem sich wesentliche Aspekte für unsere heutige Zeit übertragen lassen. Denn die Frage, was ein gutes Leben ist und wie man dieses selbst aktiv mitgestalten kann, ist immer aktuell.

Aktuell finden verschiedene Seminare und Kurse statt, etwa im akademischen Rahmen an der HTWK Leipzig oder an der Wirtschafts- und Verwaltungsakademie Leipzig (VWA) sowie der Green Academy der Heinrich-Böll-Stiftung, als unterstützendes Training für Ehrenamtliche im Projekt EnergieTanken oder als freier Kurs im Budde-Haus Leipzig.

Portfolio 2019

Portfolio On-Demand 2019

Herbstkolloquium der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis e.V.

25.-27.10.2019 in Salzburg (Österreich) Tagungsort: JUFA Hotel Salzburg City

“Humor und Philosophie - Eine ernste Angelegenheit?”

Keynote: Prof. Dr. Rudolf Lüthe

Abendgestaltung: Gunkl (Kabarettist & Philosoph)

Veranstaltet von der Internationalen Gesellschaft für Philosophische Praxis IGPP und dem Berufsverband für Philosophische Praxis BV-PP in Kooperation mit dem Kreis Akademischer Philosophischer Praktiker KAPP

Näheres siehe hier: IGPP


Highlights im vorläufigen Programm

Freitag, 25.10.2019:

o   PhiloSlam (ab 20 Uhr)

Samstag, 26.10.2019:

o   Vortrag v. Prof. Dr. Rudolf Lüthe: „Humor und (Selbst)Erkenntnis – zur Logik des Komischen“

o   „Humor: Vielfalt der Aspekte – Chancen und Risiken“ Streitgespräch vor Publikum

o   Geführter Stadtspaziergang mit Cornelia Bruell

o   Workshops zu Fragen des Humors in Philosophischer Praxis

o   Philosophisches Kabarett mit Günther Paal („Gunkl“)

Sonntag, 26.10.2019, bis ca. 13 Uhr

o   Weitere Workshops zu Fragen des Humors in Philosophischer Praxis

o   Abschluss: Humorvolle Zusammenfassung durch den Tagungsreporter Manfred Ley; Ausstellung des graphic recording von Irina Hufnagel

 

 

 

Lernen Sie jetzt HOHE LUFT kennen!

 

“Für alle, die Lust am Lesen und Denken haben“ HOHE LUFT betrachtet aktuelle und bewegende Themen aus Gesellschaft und Kultur, Politik und Wirtschaft aus einem philosophischen Blickwinkel.

 

Neugierig? Hier können Sie HOHE LUFT noch besser kennenlernen: http://www.hoheluft-magazin.de/neuewege